Scienta und bedächtige Wissenschaft in Ökopoesie und Science Fiction

Forscherin: Molina Klingler, M.A.

Mein Projekt untersucht die Rolle von scienta in den Genres Ökopoesie und Science Fiction. Beide Genres erkennen die Präsenz und den Einfluss nicht-menschlicher Instanzen, die oft unterschiedliche Arten der Wissensgenerierung und -verteilung darstellen, an und bewerten sie neu. Diese Akteure hinterfragen die Gültigkeit dessen, was sich als scienta qualifiziert, und liefern Gegenmodelle zu den anthropozentrischen Strukturen in der Wissensökonomie westlicher Gesellschaften. Die Analyse ausgewählter Primärtexte (darunter u.a. die zeitgenössische Ökopoesie von Rita Wong und Octavia Butlers Xenogenesis-Trilogie) wird in eine Diskussion von Isabelle Stengers Plädoyer für eine bedächtige Wissenschaft eingebettet, die die Kultivierung einer öffentlichen Intelligenz von „Kennern“ fördert. Letztlich will dieses Projekt sichtbar machen, wie poetische und prosaische Texte Räume der Alterität bieten, die epistemologische und ontologische Paradigmen vorherrschender Wissenssysteme herausfordern.